Gesellschaft für Arterhaltende Vogelzucht (GAV) e. V.

 

Die GAV

Philosophie

In der Haltung von einheimischen und exotischen Vögeln ist zunehmend der Trend zu beobachten ist, dass farblich oder auch von ihrer ursprünglichen Gestalt abweichende Wildvögel mehr und mehr Verbreitung unter den Vogelliebhabern finden. Gleichzeitig kommt es bei vielen Vogelarten, durch verschiedentlich verursachte Einflüsse, zu stetigen Populationsdezimierungen in deren Heimatgebiet. So sind in dieser Beziehung natürlich vorrangig die Verantwortlichen in den jeweiligen Ländern der Erde gefordert an dieser anhaltenden Misere etwas zu ändern, beispielsweise durch eine verantwortungsvollere Umweltpolitik für den Erhalt von Lebensräumen zu sorgen, entsprechende Schutzmaßnahmen für die Flora und Fauna einzurichten und auch den illegalen Vogelfang für die internationalen Märkte konsequenter zu verfolgen. Oft ist dies natürlich leichter gesagt als getan, denn die Profitsucht oder auch einfach nur der Überlebenskampf von einzelnen Menschen vermögen gewisse Regierungskreise kaum zu beeinflussen. An dieser Problematik arbeiten heutzutage bereits eine Vielzahl von Umwelt- und Naturschutz-organisationen auf der ganzen Welt, wobei mitunter sogar einzelne Erfolge verzeichnet werden können. Bei der Vielzahl der noch existierenden Vogelarten sind dies aber leider meist nur minimale Teilerfolge. Hierzulande kümmerten sich in den zurückliegenden Jahren vornehmlich zoologische Einrichtungen darum für ausgewählte Arten eine Art "Arche Noah" zu schaffen, in dem wissenschaftlich geführte Erhaltungszuchtprojekte (EEP) und Zuchtbücher (ESB) für den koordinierten Fortbestand einzelner Tierarten sorgten. Für die Durchführung solch ehrgeiziger Projekte ist der Platz in zoologischen Einrichtungen jedoch beschränkt und somit kann auch hier nur ein sehr kleiner Teil der gehaltenen Vogelarten, in zudem geringer Anzahl, erhalten werden. Wesentlich größere Platzkapazitäten besitzen jedoch oftmals die privaten Vogelhalter, bei denen ebenfalls noch artenreine und mutationsfreie Individuen einer Art angetroffen werden können. Genau diese Vogelhalter möchte die GAV nun bei sich vereinen.

Die GAV ist eine Vereinigung, die sich mit dieser Zielsetzung deutlich erkennbar von den größeren  Vogelzüchtervereinigungen abhebt. Das vordergründige Ziel der GAV ist es Möglichkeiten zu schaffen, dass Vogelarten so in Menschenobhut erhalten bleiben, wie sie als Phänotyp in ihren jeweiligen Heimatgebieten auftreten. Standardisierte Schauvögel, oder in Farbe und Gestalt veränderte Vogelindividuen, finden in der GAV keine Beachtung. Darum kümmern sich die größeren Vogelzüchtervereinigungen, indem für derart veränderte Individuen immer neue Wettbewerbe ausgeschrieben werden und auf diese Weise
das Verhältnis von Schauvögeln zu phänotypischen  Wildvögel nachhaltig verändert wird.

 

In der GAV werden Fokusgruppen, Arbeitsgruppen, Fachbereiche und Erhaltungszuchtprojekte gebildet, die für den Außenstehenden durchaus den Anschein erwecken können in deren Durchführungsweise deutlich voneinander abzuweichen. In all diesen Organisationsformen wird jedoch das gleiche Ziel verfolgt. Die Vogelarten in ihrem phänotypischen Aussehen sollen erhalten bleiben und die vorhandenen Bestände artenreiner und mutationsfreier Individuen einer Art werden in der GAV koordiniert vermehrt. 

Die Koordinatoren der Fokusgruppen, Arbeitsgruppen und der Erhaltungszuchtprojekte verfügen über langjährige Erfahrungen auf diesem Gebiet. Um unsere Zielsetzung zu erreichen, sucht die GAV aber auch nach Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit zoologischen Einrichtungen, mit Verbänden ähnlicher Ausrichtung und mit Wissenschaftlern, die sich im Freiland, an Universitäten oder naturhistorischen Museen mit der ornithologischen Forschung beschäftigen. Weil wir als GAV möglichst große Populationen einzelner Vogelarten zusammenführen möchten, können wir auch an den Grenzen der Bundesrepublik Deutschland nicht Halt machen. Die wird auch an der großen Anzahl Wissenschaftlicher Berater verdeutlicht, die im Bedarfsfall für die GAV tätig werden.

Für ihre Mitglieder hält die GAV einige Angebote bereit. So besteht in der GAV die Möglichkeit, sich bei den jährlich stattfindenden Wochenendtagungen fortzubilden. Bei diesen Veranstaltungen werden Fachvorträge aus den verschiedenen Themenbereichen der Avifauna gehalten, Sachkundenachweise können abgelegt werden, einzelne Vögel können bei entsprechender Voraussetzung als artenreine Individuen ihrer Art zertifziert werden und im Rahmen von Arbeitstreffen der Fokusgruppen, Arbeitsgruppen und Erhaltungszuchtprojekte können sich Gleichgesinnte über ihre Erfahrungen austauschen. Ein regelmäßig erscheinendes GAV-Journal sorgt des Weiteren für den stetigen Informationsfluss, als Online-Version oder auf Wunsch auch als gedrucktes Erzeugnis. GAV-Mitglieder, die über keinen Internetanschluss verfügen, erhalten das GAV-Journal als Druckversion zugesandt. Es erfolgt eine zeitnahe exklusive Vermittlung von Vögeln unter den GAV-Mitgliedern. Mitglieder können qualitativ hochwertige Fußringe der Firma Herr bei der GAV-Ringstelle bestellen, so auch offene Fußringe mit Sollbruchstelle für die Beringung von Problemvögeln.

Unserer Philosophie sind wir bis heute treu geblieben und Kooperationen auf zahlreichen Ebenen sind entstanden.

Geschichte

Um unserer Philosophie Folge zu leisten, wurde ein Grundkonzept erarbeitet, das letztendlich zur Gründung der GAV führte. Unsere Gesellschaft wurde am 14.06.2014 im Papageienhof Beverungen-Herstelle ins Leben gerufen.

In der Folgezeit entwickelte sich die GAV rasant. Unser erstes GAV-Journal wurde nur eine Woche nach unserer Gründung fertiggestellt; die Homepage folgte bereits nach einem Monat. 

Im September 2014 wurde der erste Zoo Mitglied der GAV und im gleichen Monat begannen wir damit ein Team Wissenschaftlicher Berater zusammenzustellen. 2015 führten wir unser erstes Frühjahrstreffen und auch die erste Jahrestagung durch. Die GAV wurde Mitglied im Landeszooverband Mecklenburg-Vorpommern und im BNA.

Eine enge Zusammenarbeit mit der European Association of Zoos and Aquaria (EAZA) entstand und auch andere Zoovereinigungen wurden auf die GAV aufmerksam.

Die GAV beteiligt sich an dem Nias-Beo-Projekt und entwickelte auch eigene neue Projekte, wie zuletzt das Schwalbensittich-Projekt, bei dem es zu einer beispielhaften internationalen Zusammenarbeit von Privatleuten, Zoos, Wissenschaftlern und Freilandbiologen kam. Die GAV trifft sich als erste Vereinigung seiner Art mit Vertretern des Deutschen Tierschutzbundes und steht auch in einem engen Kontakt mit Universitäts-Tierkliniken in Deutschland. 

Nach wie vor kann die GAV steigende Mitgliederzahlen verzeichnen. Auch hier unterscheiden wir uns von den größeren Vogelzüchterverbänden! 

Unsere Mitglieder kommen seit langem nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus der Schweiz, Österreich, Dänemark und Tschechien. 

Nachfolgend finden Sie die Geschichte der GAV chronologisch nach Jahren sortiert.